Costa Rica gehört zu den artenreichsten Ländern der Erde. Obwohl das Land nur etwa 0,03 % der gesamten Erdoberfläche ausmacht, leben dort ungefähr 5 % aller bekannten Tier- und Pflanzenarten der Welt. Ein solches Gebiet wird Biodiversitäts-Hotspot genannt. Für Forscher und Naturfans ist Costa Rica deshalb wie ein riesiges Freiluftlabor voller exotischer Tiere und Pflanzen.
Die bekannteste Landschaftsform ist der tropische Regenwald. Dort wachsen riesige Bäume, Farne, Palmen und unzählige Pflanzenarten. Besonders beeindruckend sind die vielen Orchideen. In Costa Rica gibt es über 1’400 verschiedene Orchideenarten. Manche sind winzig klein, andere leuchten in auffälligen Farben. Viele Pflanzen wachsen direkt auf anderen Pflanzen oder Bäumen – sie nutzen diese nur als Halt, ohne ihnen zu schaden.
Eine besondere Art von Wald ist der Nebelwald, zum Beispiel im Monteverde-Nebelwaldreservat. Dort hängen fast ständig Wolken zwischen den Bäumen. Durch die hohe Feuchtigkeit entstehen ideale Bedingungen für seltene Pflanzen und Tiere. Nebelwälder gelten deshalb als besonders artenreich und geheimnisvoll – fast wie aus einem Fantasyfilm.
An den Küsten wachsen Mangrovenwälder. Diese Bäume stehen teilweise direkt im Salz- oder Flusswasser. Mangroven sind extrem wichtig, weil sie die Küste vor Überschwemmungen und Erosion schützen. Ausserdem dienen sie vielen Fischen, Krebsen und Jungtieren als sicherer Rückzugsort.
Die Landwirtschaft spielt wirtschaftlich ebenfalls eine grosse Rolle. Costa Rica exportiert unter anderem Kaffee, Bananen und Ananas. Besonders der Kaffee ist weltweit bekannt. Das Klima in den Bergen eignet sich perfekt für hochwertigen Arabica-Kaffee. Viele Bauern produzieren heute nachhaltiger als früher, um die Natur besser zu schützen und weniger Wälder zu zerstören.
In den 1970er- und 1980er-Jahren wurde in Costa Rica sehr viel Wald abgeholzt. Viele Tiere verloren dadurch ihren Lebensraum, und grosse Flächen des Regenwaldes verschwanden. Doch das Land reagierte rechtzeitig: Die Regierung startete grosse Schutz- und Aufforstungsprogramme, um die Natur zu schützen und wiederherzustellen. Seit dieser Zeit ist enorm viel Wald zurückgewachsen. Heute sind wieder über 50 % der Landesfläche von Wald bedeckt, und rund 25 % stehen sogar unter strengem Naturschutz. Costa Rica gilt deshalb weltweit als echtes Vorbild im Umweltschutz – vom Problemfall zum Natur-Champion.
Nationalparks wie der Corcovado-Nationalpark oder der Tortuguero-Nationalpark gehören heute zu den wichtigsten Schutzgebieten Mittelamerikas und ziehen jedes Jahr unzählige Besucher aus aller Welt an.
Ich fand es faszinierend, wie viel Diversität von Pflanzen überall herrscht. Beeindruckend war es, dass man nach einer Stunde Autofahren bereits ein komplett anderes Klima antraf. 35 Grad in Samara am Strand und nach 4 Stunden Fahrt bei 20 Grad in den Bergen. Auch die Autofahrten waren ungewohnt, weil man ziemlich lange für eine relativ kurze Strecke brauchte. Die Gründe dafür waren einerseits die Zustände der Strassen und andererseits musste man immer über die Berge fahren. Tunnels gibt es kaum.
Einer der Höhepunkte war für mich der Rio Celeste. Seine spezielle Farbe ist unglaublich. Laut einer Legende hat Gott hier seinen Pinsel ausgewaschen, nachdem er den Himmel gemalt hat. In Wirklichkeit entsteht das intensive Türkis durch eine chemische Reaktion von Mineralien beim Zusammenfluss der beiden Gebirgsbäche.
Matteo Adank
Wanderweg im Hotel in Monteverde Ananas Pflanze
Flamingoblume im Nationalpark Roter Ingwer bei der Ranger Station
Zimmerhopfen bei der Nachttour in Bijagua Rosa Zwergbanane bei der Nachttour in Bijagua
Rio Celeste Wasserfall im Nationalpark Der Zusammenfluss und die Entstehung des Rio Celeste
Mangrovenwald bei Quepos
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