Bevor die Europäer nach Mittelamerika kamen, lebten im Gebiet des heutigen Costa Rica verschiedene indigene Völker. Sie betrieben Landwirtschaft, jagten, fischten und handelten mit Menschen aus anderen Regionen. Ihre Gesellschaften waren gut organisiert und an das tropische Klima angepasst. Sie bauten zum Beispiel Mais, Bohnen und Kakao an und lebten eng mit der Natur zusammen.

Im Jahr 1502 erreichte Christoph Kolumbus während seiner vierten Reise die Küste Costa Ricas. Kurz darauf begannen die Spanier, das Gebiet zu kolonisieren. Der Kolonialismus veränderte das Land stark. Die Spanier brachten ihre Sprache, ihre Religion (das Christentum) und ihre Kultur mit. Gleichzeitig verloren viele indigene Menschen ihr Land, ihre Freiheit und teilweise auch ihr Leben durch Krankheiten oder harte Arbeitsbedingungen. Der Einfluss der spanischen Kolonialzeit prägt Costa Rica bis heute – zum Beispiel bei der Sprache, der Architektur oder den Traditionen.

Im Vergleich zu anderen spanischen Kolonien war Costa Rica jedoch eher arm. Es gab kaum Gold und keine riesigen Plantagen wie in anderen Teilen Lateinamerikas. Deshalb arbeiteten viele Siedler selbst auf ihren Feldern, anstatt grosse Reichtümer anzuhäufen. Einige Historiker glauben, dass sich dadurch später eine vergleichsweise ausgeglichene Gesellschaft entwickelte, weil es weniger extreme Unterschiede zwischen Arm und Reich gab.

1821 erklärte Costa Rica gemeinsam mit anderen mittelamerikanischen Ländern die Unabhängigkeit von Spanien. Danach gehörte das Land für kurze Zeit zu verschiedenen politischen Bündnissen, bevor es sich endgültig als eigenständiger Staat entwickelte.

Im 19. Jahrhundert wurde Kaffee zum wichtigsten Exportprodukt. Der Kaffeehandel brachte dem Land wirtschaftlichen Aufschwung. Neue Eisenbahnen wurden gebaut, Städte wuchsen, und Costa Rica wurde wirtschaftlich stabiler und wohlhabender als viele Nachbarländer.

1948 kam es zu einem kurzen Bürgerkrieg. Danach führte die Regierung grosse Reformen durch. 1949 wurde die Armee abgeschafft – eine bis heute sehr ungewöhnliche Entscheidung weltweit. Das eingesparte Geld investierte man stattdessen in Schulen, Krankenhäuser, Umweltschutz und Infrastruktur. Genau das gilt heute als einer der wichtigsten Gründe für die politische Stabilität des Landes.

Heute gilt Costa Rica als stabile Demokratie mit regelmässigen freien Wahlen. Das Land wird oft als eines der friedlichsten und umweltbewusstesten Länder der Welt bezeichnet. Besonders bekannt ist Costa Rica für seinen Naturschutz, die hohe Lebensqualität und die entspannte „Pura Vida“-Mentalität.

 
 

 

 

Mich beeindruckt es sehr, dass sie keine Armee haben. Und vor allem, dass sie das damit eingesparte Geld in Schulen, Medizin und in den Umweltschutz investieren. Es fällt auf, wie viele Menschen gut gebildet sind und deshalb sichere Arbeitsstellen haben. Wie gut das Gesundheitssystem funktioniert konnte ich am eigenen Leib erfahren. Ich war sehr froh um die schnelle und professionelle Hilfe, als es mir nicht gut ging.

Matteo Adank

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